Kasselerhütte oder Erinnerungswanderung

Tour der Erinnerungen oder der Weg zur Kasseler Hütte

Ursprünglich war der Berliner Höhenweg von Finkenberg über Olperer, Berliner Hütte, Kasseler Hütte, Edelhütte nach Mayrhofen im Zillertal geplant. Da die Wettervorhersagen schlecht waren wollte ich nicht unbedingt nachts auf 3000m hoch. So entschloss ich mich die Kasseler Hütte als Erinnerungstour zu machen. Erinnerungstour deshalb da ich vor 50 Jahren häufig zu dieser Hütte hochstieg. Ich kann heute nicht mehr sagen, wie oft wir damals hochstiegen, zu allen Tages und auch Nachtzeiten sind wir da hoch. Nur von Mayrhofen aus sind wir nie hochgegangen, wir fuhren mit Mopeds und Auto hoch bis zur Materialseilbahn und liefen von dort hoch. Diesmal wollte ich die ganze Strecke hochwandern. In den Wanderwegen Verzeichnisse wird dabei eine Zeit von 7 Stunden meisten angegeben.

Eine Geschichte möchte ich dazu erzählen. Es war zur Fasnetzeit bei uns hieß es die Faschingszeit im Jahre 1970 also vor 50 Jahren. Wir das waren meine zwei Bergkammeraden und ich kamen auf die Idee an Fasnet zur Kasseler Hütte aufzusteigen sie liegt um die 2100m hoch und im Winterraum dann zu Übernachten. Da ich an der Arbeitsstelle früher frei kam entschloss ich deshalb schon einen Tag früher hochzugehen.

Also am Freitagmorgen nahm ich mein Moped und fuhr hinein ins Stillupptal Richtung der Hütte. Nach ca. 8km beim Gasthof

Hier annähernd bei der Schranke war Schluss mit dem Fahren. Der Schnee war so hoch es gab kein durch Kommen. Ich ließ das Moped einfach im Schnee stecken umfallen konnte es nicht es steckte richtig fest und so ließ ich es zurück.

Von da ab ging ich zu Fuß weiter es war nicht einfach durch den Tiefschnee zu waten. Links und rechts staubte es immer wieder so kleine Schneelawinen runter.

Nachdem ich den Stillupstausee endlich erreicht hatte und ich doch ein wenig Unbehagen fühlte da beidseitig immer mehr Schnee herunterkam und ich kaum noch richtig durch den Tiefschnee gehen konnte kam mir eine Idee. Überall der tiefe Schnee aber auf dem Stausee auf dem Eis beinahe schneefrei. So entschloss ich auf das Eis zu gehen, um zumindest bis zum Stauseeende schön vorwärts zu kommen. Es war ein mulmiges Gefühl auf die Eisfläche zu gehen und dann der Sprung im Eis der sich bildete und sich mit jedem Tritt vorwärtsbewegte. Auch das Knarren des Eises ließ keine Freudenschreie aufkommen, aber es war ein schönes Vorwärtskommen.

Irgendwann hatte ich das Ende des Sees erreicht erleichtert das es funktioniert hat aber der weitere Mut den Weg fortzusetzen war erloschen. Am Ende des Stausees waren zwei große Jagdhütten und da wollte ich mir eines borgen.

Zu der Zeit hatte ich immer im Rucksack einen Dietrich dabei, um bei sogenannten Notfällen eine Unterkunft zu finden. Nicht wie heute wo sie aufbrechen und randalieren, sondern nur zu übernachten ohne Spuren zu hinterlassen. So schloss ich mit dem Dietrich eine Hütte auf, um zu übernachten und natürlich zu erwärmen.

In der Hütte nein es war keine Hütte es war ein teures Jagdhaus des Feinen. Ein schöner Kachelofen war vorhanden der sollte mir Wärme spenden. Ich heizte ein und wartete auf die Wärme, aber sie wollte nicht kommen. Mein Brot im Rucksack war gefroren meine Socken war klamm, also legte ich das Brot in die Vertiefungen des Kachelofens auch die Socken in die restlichen Vertiefungen. Wieviel Holz ich auch in den Kachelofen tat er blieb nur leicht warm.

Nachts um 2 Uhr wurde ich wach es roch nach Brand. Das Brot und die Socken waren Rabenschwarz alles verbrannt. Ich hatte dann ein mulmiges Gefühl hoffentlich brennt die Hütte nicht ab. Sie brannte nicht ab, aber sie spendete dann richtige Wärme.

Der nächste Tag herrliches Wetter vom Feinsten die Sonne strahlte so richtig herab und so entschloss ich mich hier zu bleiben bis meine beiden Kameraden nachkommen. Durch die Sonnenstrahle und da ich einen Liegestuhl erspähte war klar ich lege mich raus in die Sonne.

Es mag, um die 14Uhr gewesen zu sein wie einer Schrie „Hände hoch“, ich drehte mich um 2 Jäger mit den Gewehren im Anschlag. Dann rief der eine „wo ist der Andere“ ich dann welcher andere. Als Antwort erhielt ich „da muss noch ein anderer da sein diesen Rucksack da drinnen hätte ich nicht allein die weite Strecke getragen“ Hatte dann erklärt was vorhabe, aber sie wollten nicht recht abkommen das kein anderer hier ist. Musste länger darauf einreden keine zweite Spur und dergleichen. Sie hatten im Kopf da wären zwei und die wollten über den Berg über die Grenze nach Italien.

Letztendlich hieß es dann mitkommen zur Polizei nach Mayrhofen. Ich voraus mit dem Rucksack und zwei Jäger mit dem Gewehr im Anschlag hinterher und die riefen am laufenden Band „halt halt, mach langsamer. Die Beiden hatten wahnsinnige Mühe mir zu folgen.

Beim Moped angekommen wollte ich mit dem Moped hinunter nach Mayrhofen fahren was mir verweigert wurde. Aber sie waren einverstanden mich wieder zu meinem Fahrzeug zurück zu bringen.

Dann auf zur Polizei da musste ich gleich meinen Rucksack auf dem Schreibtisch ausleeren. Das habe ich ein wenig zu heftig gemacht so die Rumflasche mit dem 90%digen zersprang. War ein schöner Geruch in der Dienststelle. Der Dietrich wurde sofort abgenommen und als Strafe musste ich damals umgerechnet auf heute 1,50 Euro bezahlen. Da ich nichts kaputt machte und ich mir nichts zusteckte diesen Betrag aber zur Ermahnung nicht nochmal zu machen. Anschließend fuhren mich die beiden Jäger zu meinem Moped zurück.

Fünf Jahre später ging ich mit meiner damals noch Freundin hoch zur Kasseler Hütte. Abends es war eine nette Gruppe in der Küche am Tisch. Und was kam einer erzählte die Geschichte von mir mit der Bemerkung. Bis heute hatte er noch nicht heraus bekommen was wollte der damals wirklich. Der war nach dem Dialekt nicht vom Zillertal warum ist der in das Jagdhaus. Ich habe ihn alles erzählen lassen und seine Mutmaßungen und dann kam ich mit das war ich dann war er paff. Mit dem hatte er nicht gerechnet die anderen am Küchentisch kannten mich alle und zum Teil wussten sie auch davon.

So das war meine Erinnerungsgeschichte, die ich trotz 50Jahre nicht vergessen werde

Grenzgänger Etappe 1-3 2020

Grenzgänger Tour

Der Name Grenzgänger kommt daher das die Tour zwischen Österreich und Deutschland pendelt. Mal ist man Österreich ein paar Minuten später wieder in Deutschland und doch die fantastische Bergwelt bleibt dieselbe.

Nach der letzten Woche das verregnete Karwendelgebirge diesmal zumindest ein super erster Tag ein von der Sonne verwöhnter Tag mit super Ausblicke in die schöne Bergwelt. In Schattwald beginnt die Tour, morgens kurz nach vier Uhr begab ich mich auf die Strecke. Es war noch dunkel aber der Tag begann schon, die Vögeln zwitscherten schon und die Helle zeigte sich schon. Bevor es richtig nach oben ging über die Almen war es schon richtig hell, der Tag hat begonnen.

Ich fühlte mich hier so richtig 50 Jahre zurück versetzt, an die Zeit als wir als Jugendliche im Zillertal auf die Berge gingen. Die Almen, die Berge nur damals fiel mir das hoch Gehen schwerer. Heute liebe ich es hoch zu gehen, nicht aber das Hochlaufen das Hasse ich.

Die erste Etappe führt an der Stuibenalm vorbei hoch auf den Bschießer, Ponten, Zirleseck zur Willersalpe. Hier auf der Willersalpe ist Coronna all gegenwärtig das sie nicht durch die geschlossene Türe bedienen ist mir ein Rätsel. Eine Atmosphähre von eingesperrt sein, Bedrückung irgendwie Gespenstig und hatte nichts mit der freien Natur gemeinsam. Das Gefühl sagte mir nichts wie wieder weg von diesem Ort.

Die zweite Etappe folgt dem sogenannten Jubiläumsweg über die Vordere und Hintere Schafwanne zum Schrecksee. Ein kleiner Idyllischer See aber nicht sehr warm. Weiter ging es über den Kirchdachsattel und das Lachenjoch zur Landsberger Hütte. Zum Teil waren Verhältnismäßig viele Wanderer unterwegs, besonders beim Schrecksee.

Die dritte Etappe führte ein kurzes Stück auf demselben Weg zurück. Dann ging es unterhalb von Kalbleggspitze und Lahnerscharte auf dem Jubiläumsweg zum Glasfelder Kopf zum Prinz-Luitpold-Haus. Vorm Glasfelder Kopf holte mich das erste Gewitter ein sodass ich meine Wanderung für eine halbe Stunde unterbrach. Anschließend wurde es feucht immer wieder gab es einen Regenguss. Die Folge war ein ewiges an und ausziehen der Regenkleidung.

Vom Glasfelder Kopf hinab zur Prinz-Luitpold-Haus machte sich dann schon das nächste Gewitter bemerkbar. Ich wollte nur noch die Hütte erreichen und dann für das erste Abbrechen. Ich hatte mir vorgenommen wenn es irgendwie ginge in der Hütte übernachten und morgens um 4 Uhr wieder weiter laufen.

Ich hatte Glück vier angemeldete Personen kamen nicht zur Nächtigung sodass ein Platz für mich frei war. Aber morgens um 4 Uhr es regnete in Strömen veranlasste mich dazu jetzt abzubrechen. Es ist auch im weiteren Tagesverlauf mit Regen zu rechnen und ich wollte nicht wie beim Karwendel Wanderung nur bei Nässe laufen. Also Stirnlampe an und Abflug hinunter nach Hinterstein. Aber so einfach war das gar nicht die dunkle Nacht der starke Regen und trotz der Stirnlampe musste ich zuerst mal den Weg nach unten finden. Es waren ein paar Schilder aufgestellt aber in die Richtung, wo ich wollte fand ich keinen Weg. Ein paarmal hin und zurück bis ich den richtigen Weg fand und somit waren für die nächsten 4,5 Stunden die Füße schon beschäftigt.

In Hinterstein angekommen hieß es zuerst einmal warten auf den Bus nach Hindelang. In Hindelang der nächste Bus bis Oberdorf und dort der nächste Bus nach Schattwald, wo mein Auto stand und inzwischen war es 11Uhr30. Außerdem fror ich schon durch die Nässe, die schon die ganze Bekleidung ihre feuchte übertrug. Der Freitag war Super und der Abbruch ist zu verkraften es hätte bei dem Regen keinen Spaß mehr gemacht. Es waren 45km und 3200 Hm.

 

 

Karwendel Höhenweg

Karwendel

Letztes Wochenende war das Karwendelgebiet für mich angesagt.

Die Vorplanung dafür war der Karwendel-Höhenweg für 6 Tage ausgelegt und sollte dabei 66km und 7000 Höhenmeter ergeben.

Dieses Vorhaben wollte ich in 32 Stunden hinter mir bringen für schlechtes Wetter will ich dabei auf die einfachere Route zur Solsteinhütte über die Möslalm machen.

Freitagmorgen um 5 Uhr ging es los, das Wetter als mitentscheidet zeigte sich schon mit keiner guten Einstellung. Der Himmel zeigte sich finster griesgrämig, habe mir aber vorgenommen auch bei Regen zu laufen. Es war nass aber von oben herab war es zumindest trocken.

Im genauen betrachtet laufe ich den Höhenweg verkehrt herum, und zwar fange ich in Scharnitz an und beende den Lauf in Reith bei Seefeld. Soweit war mal die Planung was daraus entstand soll der folgende Bericht sein.

Also beim Loslaufen schon immer der Blick nach oben reißt nicht doch noch die dunkle Regenwolke auf. Sie blieb schwarz und ließ immer wieder mal einen Schauer herunter. Ich weiß nicht, wie oft ich mir den Poncho übergeschmissen habe aber eine Regenjacke wollte ich mir nicht anziehen, weil ich darin nur schwitze und dabei genauso nass sein würde als vom Regen. Die ersten 15 Kilometer gingen ziemlich flach von statten dann ging es kräftig in die Höhe.

Um ca. 8Uhr30  habe ich das erste Ziel erreicht das Hallerangerhaus 1768m. Hier konnte ich mir mein erstes Frühstück einnehmen ein Käsebrot und einen Kaffee. Um 9 Uhr ging es weiter auf den Weg zur Bettelwurfhütte auf 2077m. Die Sicht wurde immer schlechter ab hier stand für mich fest ich komme nächstes Jahr wieder hierher möchte von hier oben auch das Tal sehen, das mir jetzt verwehrt ist.

Ich bin gar nie so gerne nach oben gewandert wir eben zurzeit, es macht so richtig spaß. Einfach herrlich, auch wenn man nicht viel sieht, nur möchte ich in den Bergen auch so unterwegs sein wie die Gämsen. Die Wege und Pfaden sind zum Teil schon abenteuerlich diese Geröllfelder und Schneefelder, aber es gehört hier dazu. Ab dem Lafatscher Joch 2081m ging es ziemlich flach mit ein paar hoch und runter hinüber zur Bettelwurfhütte, die man zur Pfeishütter wieder auf dem gleichen Weg zurückläuft, wandert. Auf der Hütte gab es für mich das Essen auf dem Berg, den Kaiserschmarrn.

Ich weiß nicht mehr die genaue Zeit muss um 13 Uhr gewesen sein als ich wieder aufbrach zur Pfeishütte 1922m. Zuerst zurück zum Lafatscher Joch um dann übers Stempeljoch 2215m zur Hütte. Die Strecke zum Stempeljoch hoch war abenteuerlich. Zuerst kurz davor das riesige Schneefeld deren Ende man unten durch den Nebel nicht sehen konnte. Dann ging es für mich als verkehrt herum Wanderer dem Schneefeld hoch kann nicht einfach hinunterrutschen. Ich sah für mich keine andere Lösung als die sogenannten Schneeketten anzulegen, zum Allerersten Mal noch dazu. Ich bin beim Sitzen gleich mal eingebrochen am Rand des Schneefeldes und es ging verhältnismäßig gut diese anzulegen. Auch der Weg übers Schneefeld mit den Dingern war super aber dann. Wollte eigentlich nach dem Schneefeld die Dinger wieder abziehen aber wo?  Sand, Sand übler Schwemmsand. Glaube nicht das ich mit bloßen Schuhen da hochgekommen wäre. Hier wurde einmal mit allen Materialien gearbeitet sei es Holz oder Kunststoff, um das Abrutschen des Sandes aufzuhalten. Ich habe es geschafft fragt mich aber nicht wie, ich war sowas wie fertig. Das Sitzen zum Ablegen der Ketten tat anschließend richtig gut. Dann ging es hinunter zur Pfeishütte die ich auch schon ersehnt hatte, will doch endlich meinen Kaffee und Kuchen. Um 16Uhr30 die Hüttentür übertreten und am Kaminoffen vorbei dabei der Gedanke jetzt hier übernachten wäre auch nicht schlecht.

Nein ich will nicht übernachten, will mich kurz stärken mit Kaffee und Kuchen und erwärmen dann wie schon erwähnt die leichtere Route zum Solsteinhaus über die Möslalm hinunter auf 1200m nehmen. Ich freue mich auch schon auf den erneuten Aufstieg anschließend hoch zum Solsteinhaus auf 1805m. Um ca.21 Uhr hatte ich es geschafft und das Solsteinhaus erreicht. Jetzt die Stirnlampe aufgesetzt und weiter Richtung Nördlinger Hütte bevor es wieder hinunter ging nach Reith. Das wäre das Ziel gewesen, wenn ich nachts den Weg gefunden hätte und wenn richtige Sicht gewesen wäre. Ich habe auf der Eppzirler Scharte jegliche Markierung verloren. Einerseits sagte das Navi weiter nur wo? Zurück dann wieder vorwärts weiß nicht mehr wie lange ich gesucht habe. Ich bin dann in der Wand gehangen und sah keinen Sinn mehr. Ich wollte das alles nicht noch verschlimmern und sagte mir nur noch Abbruch bevor es wirklich zu spät ist. Oder ist es schon zu spät? Hänge in der Wand und jetzt zurück und wie?  Ich muss zurück, kann jetzt nicht die Bergwacht anrufen, um zu fragen, wo geht es weiter, nein ich muss zurück irgendwie muss es gehen. Der Fels ist brüchig es heißt äußerste Vorsicht, langsam ganz langsam ging es rückwärts. Endlich zurück auf der kleinen Freifläche und das weitere überlegen inzwischen ist es 0Uhr 30. Es bleiben mir 2 Lösungen einmal komplett absteigen oder hier übernachten bei Regen auf 2100m. Da ich mich schon anfangs der Tour für nächstes Jahr eine Wiederholung der Tour, wegen der nicht vorhandener Sicht entschieden hatte, war meine Entscheidung keine Gefahr mehr einzugehen, abbrechen und nächstes Jahr wiederholen. Um ca. 4Uhr30 morgens habe ich Scharnitz erreicht und mich zum Schlafen ins Auto gelegt. War nicht enttäuscht mein Ziel nicht erreicht zu haben. Ich habe meine Zeitvorgaben für die Hütten einigermaßen erreicht. Das negativste war nur die Sicht alles andere war zum Teil abenteuerlich, aber trotzdem es war super. Nächste Woche geht es dann auf den Grenzgänger.

Schluchtensteig Mai 2020

Schluchtensteig Mai 2020

Zum dritten Mal steht der Schluchtensteig auf meinem Programm. Ging es bisher immer von Stühlingen bis Wehr in einer Laufwanderung die 125 Km ohne zu nächtigen durch. Eigentlich wollte ich immer von Stühlingen bis Stühlingen durch laufen aber immer kam es anders. Beim ersten Mal fand ich in Wehr den Hochrhein-Höhenweg nicht, beim Zweiten Mal war oben auf der Höhe der Sturm so stark dass ich gerne umdrehte.

Diesmal plante ich den Weg anders, wollte von der Schattenmühle in der Wutach beginnen und in einem durch laufen mit Ziel wieder die Schattenmühle wo mein Auto steht. Der Grund war in der Nacht ist alles schön dunkel und ich will auch diesen Nacht-Abschnitt mal bei Tageslicht sehen.

Freitag den 8.5.2020 um 8Uhr 40 lief ich an der Schattenmühle los. Es war noch kühl aber der Himmel ließ schon einen herrlichen Tag erwarten. Es ist immer wieder schön in der Wutachschlucht zu laufen besonders an solchen Tagen und Stunden wo nichts los ist. Man hört nur das Wasser rauschen und die Vögeln zwitschern ansonsten nichts. Kein Mensch war unterwegs an Sonntagen dann ist zum Teil die Hölle los. Kurzer Abstecher zum Räuberschlößle für ein paar Fotos und weiter bis zur Abzweigung der Haslachschlucht. Hier gab es dann eine gut Ausgeschilderte Umleitung wegen Forstarbeiten. War Schade da ich immer gerne der Haslachschlucht entlang und dann hoch Richtung Lenzkirch laufe.

Zum ersten Mal das ich bei Tageslicht durch Lenzkirch laufe sonst begann hier immer die Dunkelheit. Nach Lenzkirch oben an der Anhöhe ein schöner Rastplatz sogar mit einer Bücherkiste für die hier ein wenig schmökern wollen, ich will weiter. Es geht bergwärts mal schwächer mal auch heftiger bis es dann runter ging nach Fischbach und weiter auf dem Jägersteig dem Schluchsee entgegen. Auf dem Jägersteig war reger Betrieb auf dem waren viele Wanderer unterwegs.

Bei Aha trieft man auf den Schluchsee auch hier viele Wanderer und Radfahrer. Laufe vor bis zum Unterkrummenhof  und verlasse dann wieder den Schluchsee und laufe den Weg, nein wandere den Weg hoch. Bergwärts laufe ich kaum da wird immer rechtzeitig gewandert warum unnötig Energien verbrauchen. Es geht durchs Muchenland und weiter zur Windbergschlucht nach St.Blasien. Bisher war es immer Dunkel wenn ich durch St.Blasien lief heute mal bei Tageslicht. Weil mir schon viele erzählt hatten wie schön die Stiftskirche sei musste ich diesmal hinein. Also schnell mal ein Tshort angezogen denn mit freien Oberkörper wie ich immer unterwegs bin geht man in keine Kirche.

Es stimmt es ist nicht mit anderen Kirchen zu vergleichen sie ist ganz hell gestaltet musste auf alle Fälle gleich ein paar Fotos machen. Anschließend noch kurz zum Lidl um noch ein wenig Stärkung auffüllen und weiter gleich wieder den nächsten Berg hoch zum Lehenkopfturm weiter zum Klosterweiher. Dann auf dem Ibacher Panoramaweg zum Ibacher Friedenkreuz weiter Richtung Todtmoos. Irgendwo ab hier wird es mir bekannter das habe ich schon bei Tageslicht gesehen dafür wird es jetzt hier der Tag demnächst abnehmen. Es wird finster, zum ersten Mal im Dunkeln in die Hohwehraschlucht hinab nach Todtmoos. Von Todtmoos zur Wehraschlucht und hier tat ich mir schwer mit der Erinnerung sie passte irgendwie nicht mit der Realität zusammen. So um drei Uhr morgens lief ich durch Wehr und musste mein Handy umstellen auf den Hochrhein-Höhenweg.

Und wieder es geht bergauf es zieht sich bis man oben ankommt. Es ist immer wieder ein Abwechseln zwischen hoch und runter. Als die Solfelsen im Dunkeln im Wald auftauchten, die Steine die wie runde riesige Kieselsteine übereinander liegen, faszinierend. Inzwischen haben auch die Vögeln ihr Konzert aufgenommen und man bemerkt der Tag macht sich langsam bemerkbar. Alsbald konnte man oben auf der Höhe die Alpen in der Ferne sehen.

Dann kam die nächste positive Überraschung die Burgruine Wieladingen. So eine gepflegte Burgruine findet man selten. Bin den Turm hochgestiegen um über dem Wald die Umgebung zu sehen aber meist nur Wald. Aber der ganze Bereich sauber und gepflegt. Anschließend geht es über einen kleinen Wasserfall wieder hinunter.

Mein Rucksack machte mir schön langsam Schwierigkeiten die 9kg drückten immer mehr auf die Schultern. Beim gehen geht es aber beim Laufen merkt man es gewaltig. Kurz vor Albbruck legte ich mich für eine halbe Stunde ins Gras um kurz zu schlafen für die nächste Nacht. Im nachhinein war das Falsch der Rucksack drückte noch mehr.

In Albbruck begann mein Leidensweg konnte kaum noch laufen bin fast nur noch am Gehen. Ausgerechnet jetzt war es vorbei mit einer schönen Strecke, beinahe alles flach in der Nähe von der Hauptstrasse. Der Autoverkehr fürchterlich und dass Handy, Komoot ließ sich nicht umplanen. Also weiter nach Waldshut, Tiengen bis Lauchringen und dann hoch Richtung Stühlingen. Die Strecke dieses Flache und ich konnte nicht mehr laufen mit dem Rucksack. Es waren viele Radfahrer und Läufer unterwegs und ich kam nicht vom Fleck.

Kurz vor Wutöschingen zog ich die Reißleine. Noch 50km nur wandern das wollte ich nicht mehr. Das normale Gehen war kein Problem sobald ich laufe spielt die Schulter verrückt. Ich rief meinen Sohn an, bin zum Abholen bereit bei nur 155km und 4000hm.

 

Laufbericht in Kurzform März und April 2020

Laufbericht in Kurzform für März und April 2020

Nachdem Wettkampf Petit Ballon, von dem mich mehrere warnten Anlässlich des Coronavirus nahm ich meine eigenen Touren in Angriff. Meine eigenen Touren hat nichts zu tun mit Geschwindigkeiten, sondern sind mehr auf Ausdauer gerichtet. Es geht dabei mehr oder weniger auf das Durchlaufen oder auch durchwandern ohne Pausen und ohne mal auszuruhen. Ein paar Fotos machen und weiter 5 Stunden, 10 Stunden oder 20 Stunden einfach weiter. Schlafen ist Luxus und wird vermieden. Manchmal stellt sich der Schlaf ein es ist dabei, als wenn man berauscht wäre man torkelt einfach dahin, aber es hört auch wieder genauso schnell wieder auf und die Müdigkeit verschwindet wieder.

Am 14.März war meine erste Tour ich fuhr mit der Bahn nach Kirchzarten zu meinem Start und Zielplatz. Meine Laufwanderung der Ausdruck ich bin sehr schnell wanderbereit, wenn es bergauf geht nur bergab und meist auf der Ebene wird gelaufen. Das Laufen mit dem Rucksack bremst gewaltig und das schon bei einem Rucksackgewicht von 6kg bei 9kg wird es schon Grenzwertig ob man das als Laufen betitelt. Von Kirchzarten ging es auf den Hinterwaldkopf nach Hinterzarten weiter zum Titisee wieder Hinterzarten und dann zum Feldberg hoch. Hinüber zum Schauinsland und zurück hinunter zum Ziel. Es waren 60km und 2100Hm.

Am 21. März stand der Querweg von Lahr nach Villingen auf dem Plan mit 90km und 2450 Hm. Mit dem Zug ging es von Villingen nach Lahr und von dort auf den offiziellen Wanderweg zurück nach Villingen. Das Wetter spielte wiederum gut mit obwohl nachts wurde es verdammt kalt. Einmal kehrte ich kurz ein zum Kaffee und Kuchen am Landwassereck. Das war auch das letzte Mal, das ich auf der Tour einkehren konnte, da Coronavirus besser gesagt die Politiker etwas dagegen hatten.

Am 28. März fuhr ich mit dem Auto nach Titisee zu meinem Start- und Zielpunkt. Der Weg führte dann von Titisee nach Hinterzarten weiter zum Gipfel vom Feldberg bevor es runter ging zum Todtnauerberg zum Wasserfall. Anschließend vor nach Todtnau und auf den Feldbergpfad an der Todtnauer-Kletterwand vorbei Richtung Fahl zum nächsten Wasserfall. Es ist der Fahler Wasserfall nicht so bekannt wie der Todtnauer Wasserfall aber doch nicht zu verachten. Weiter ging es, die Passstraße überquerend zum Hebelweg die durch eine schöne Schlucht führt hoch zum Feldbergpass. Ich war erstaunt hätte diese Schlucht nicht erwartet sie war zwar gesperrt wegen Sturmschäden, aber es lagen keine Bäume quer war alles frei. Oben am Pass rechts der Bundesstraße runter zum Bahnhof Feldberg. Dann eine große Enttäuschung, wo ist der schöne Steig Richtung Campingplatz am Titisee. Durch Rodungsarbeiten alles kaputt gemacht der Forst kann es sich erlauben da spielt die Natur keine Rolle. Wenn man das sieht wie die umwerken bricht einem das Herz. Zurück am Bahnhof Titisee nach 57km und 1800 Hm.

Am 4 April ging es in den Vorgarten des Schwarzwaldes hatte auch seinen Reiz aber im Vergleich zum Schwarzwald laut, hellhörig überall der Verkehrslärm. Aber doch auch sehr schöne Trails und es ging auch schön auf und runter. Die Wanderung als schöne Aussicht in die Täler genannt hatte 61km und 1800 Hm zu verzeichnen. Die Tour begann bei mir zu Hause an der Haustüre ging hoch nach Öfingen runter nach Talheim und hoch auf den Lupfen, um auf dem Lupfenturm die Rundsicht zu bestaunen. Rüber und hoch auf den Hohenkarpfen auch hier eine schöne Aussicht. Dann runter nach Rietheim und hoch zum Aussichtspunkt Bräunisberg. Weiter an der Nonnenhöhle vorbei nach Wurmlingen. Oberhalb Eßlingen ging es Richtung Talheim dann rüber nach Öfingen und nach Hause. Die Tour war nicht zu verachten aber der Schwarzwald ist mir lieber.

10.April Karfreitag, es geht wieder in den Schwarzwald. Der Seensteig steht auf dem Programm 90km und 2600Hm. Als Start und Zielpunkt habe ich Baiersbronn gewählt. Von Baiersbronn aus ging es zum Sanckenbach – Wasserfall am Mitteltal vorbei hoch Richtung Zuflucht. Weiter an der Schilffkopfhütte vorbei zum Ruhestein dann oberhalb am Wilden See vorbei zum Mummelsee. Hoch zur Hornisgrinde durchs Hochmoor hinunter Richtung Seebach. Dann Stopp, der Weg war gesperrt wegen Wild bis Ende Mai. War bisher bei Sperrung immer eine Nebenstrecke ausgeschildert so war hier nichts. Keine Markierungen zu ersehen es ging nur zurück oder einen anderen Weg hinunter ohne Beschilderung. Ich habe mich für hinunter entschieden was zur Folge hatte das ich 10km abkürzte und nicht mehr genau wusste wo ich bin da mich mein Navi mit Komoot allein ließen. Bildschirm schwarz wo geht es lang? Der Hinterkopf sagt einfach runter es müsste dann irgendein Ziel zwischen Forbach und Baiersbronn sein. Herausgekommen ist Schönmünzach das auch die Ursprüngliche Ziel gewesen wäre nur die Schleife von 10 Km fehlt. Von Schönmünzach bin ich im Tal vorgelaufen nach Baiersbronn durch Coronavirus war kaum Autoverkehr vorhanden und ich hatte keine Lust mehr im Finstern die Markierungspunkte zu suchen. Es waren dann eben nur 80km und für den Karfreitag reichte es auch aus.

  1. April der 2 Tälersteig steht auf dem Programm nur diesmal als Start und Ziel habe ich Hotel Engel im Simonswald gewählt damit ich diesmal eine andere Strecke im Finstern habe. 109km und 3650 Hm sind dabei zu überwinden das Besondere daran mein Rucksack wog diesmal 3kg mehr wie sonst immer. Diesmal mit 9kg da ich im Sommer mehrere Bergtouren geplant habe und die Touren jetzt mehr oder weniger dafür die Trainingstouren sind. Also Simonswald im Tal vor dann hoch auf den Hörnleberg schöne Aussicht von oben bei der Kapelle. Der Weg verbindet sich mit dem Yacher Höhenweg sowie auch dem Westweg. Immer wieder gibt es schöne Aussichtspunkte. Oberhalb vom Prechttal der Huberfelsen, dann am Landwassereck vorbei, wenig schön es gibt kaum einen Brunnen und die Gaststätten haben alle geschlossen. Ich habe mir dann von einem Privathaus Wasser gebettelt, sie waren freundlich und super nett. Weiter ging es um Mitternacht kam ich in Waldkirch an und dann kam der Kandel. Hier merkte ich eigentlich zum ersten Mal richtig meinen Rucksack und ich wusste es schon im Voraus die schlimmsten Stellen kommen gegen Ende. Morgens kam ich oben am Kandel an und ich wunderte mich über die Menschen da oben die auf den Sonnenaufgang warteten. Manche schliefen in Zelten manche in Schlafsäcken und manche liefen schon herum. Ich machte ein paar Fotos und lief runter Richtung Zweriwasserfall. Hierbei erfasste mich die Müdigkeit, kam mir vor wie ein Betrunkener schwankte nur so vor mich hin ein Laufen war kaum möglich. Aber dann genau so plötzlich wie es kam war es auch wieder vorbei. Wasserfall hinunter und weiter nach Wildgutach. Von Wildgutach hoch nach Hintereck verlangte noch das Letzte war fertig die Sicherheit an schmalen Stellen war weg, eine Unsicherheit stellte sich ein. Wenn ich nicht wüsste das es bald vorbei ist hätte ich meinen Lauf unterbrochen und hätte mich zuerst mal gestärkt. Oben am Hintereck saßen Personen ich gesellte mich dazu wir unterhielten uns am liebsten wäre ich noch eine Weile sitzen geblieben aber das Ziel ruft mich. Von Hintereck hinunter über den Wildschweinpfad zeigte mir so sollte man keinen Berg hinunter gehen. Es war kein Laufen es war kein Gehen es fühlte sich schrecklich an unbeholfen unsicher, als wenn ich zum ersten Mal einen Berg runter ginge. Es war bald vorbei, aber es zeigte mir für den Sommer es gibt noch einiges zum Trainieren.

25.April der Wasserweltensteig will wieder gelaufen werden mit Einschränkung da man nicht über die Grenze in die Schweiz darf. Deshalb für mich die Planung von Triberg bis Döggingen das waren dann 66km und 1528 Hm. Mit der Bahn ging es nach Triberg und gleich hinterm Bahnhof geht ein kleiner Pfad hoch der dann kurz vor den Triberger –Wasserfällen auf den Marktplatz stößt. Der Wasserweltensteig startet eigentlich am Eingang zu den Wasserfällen und dieser kostet Eintritt. Wer sich den Eintritt sparen will läuft links neben den Wasserfällen im Wald den Berg hoch und stößt am oberen Eingang wieder zum offiziellen Steig. Der Steig läuft rechts am Reinertonishof vorbei und weiter zum Blindensee. Dann geht es zur Martinskapelle und zur Donauquelle. Diesmal war Sammy der Hofhund vom Kolmerhof nicht zu sehen. Beim letzten Lauf hat mich doch der Sammy bis zum Linacherstaumauer begleitet. Diesmal war ich dabei allein unterwegs. Am Linacherstausee haben sie wegen Corona eine Einbahnregelung um den Stausee gemacht damit sich die Leute nicht zu nahekommen. Gilt natürlich nicht für mich bin verkehrt herum gelaufen habe kein Einbahnstrassenschild gesehen und einfache Zetteln kann jeder aufstellen. Anschließend weiter runter zur Breg und vor nach Hammereisenbach und später dann hoch nach Mistelbrunn und dann zum Kirnbergsee. Über die Staumauer dann leicht den Buckel hoch bis es dann wieder runter ging zur Gauchach. Hier noch ein ruhiges Bächle bis sie dann ab Döggingen die Gauchachschlucht wild brausend wird. Aber soweit lief ich da nicht mehr unter der großen Brücke der Bundesstraße stieg ich aus und ging hoch zum Bahnhof und fuhr mit der Bahn zurück nach Donaueschingen wo beim Auto stand. Es war ein schöner ruhiger Lauf, der mir aber doch Blessuren einbrachte. Es passierte im Gefälle wobei ich die Füße nicht hoch genug brachte damit bremste und der Oberkörper schneller wurde. Abschürfung am Ellenbogen waren die Folgen, was solls es verheilt wieder. Irgendwann werde ich den Lauf auch mal voll durchlaufen bis zum Neuhauser Wasserfall.

  1. Mai Der Lauf Rund um Wolfach von laufend Helfen wurde abgesagt eventuell verschoben auf den 17.Oktober. Das sollte für mich kein Grund sein ganz darauf zu verzichten und somit lief ich ihn allein. Das Wetter war gut und die Strecke ist auch schön und ich find sie hervorragend so als Training. Die 49km und 1500 Hm verlangen schon von den Muskeln einiges ab. Es ist auch schön, wenn man unterwegs auch noch Bekannte trifft, die mit dem Rad entgegenkommt. Es war keine Megatour aber eine entspannte Sonntagstour.

Nächstes Wochenende steht der Schluchtensteig auf dem Programm. Freitag loslaufen in der Schattenmühle, am Samstag in Wehr eintreffen und weiter laufen auf dem Hochrheinhöhenweg bis Lauchringen dann hoch nach Stühlingen und dann wieder hinein in die Wutachschlucht bis zur Schattenmühle werden dann ca. 210km und 5580Hm sein.