Schluchtensteig

Schluchtensteig von Stühlingen nach Wehr und weiter Richtung Stühlingen.

Eine Wanderung mit Laufeinlagen, nur laufen mit einem 9kg schweren Rucksack nein danke muss nicht sein. Ca. um 10 Uhr 30 lief ich in Stühlingen los, diesmal war der Start auf eine neue Strecke verlagert. Dieser Pfad führte an der Wutach entlang bis Grimmelshofen, ist flacher als die Ursprüngliche Strecke, die oberhalb Stühlingen beginnt. Ab Grimmelshofen ging es an der Sauschwänzlebahn entlang, bevor es über die Wutachflühen hoch zum Wanderparkplatz Richtung Buchberg führt. Inzwischen hatte ich auch die Stöcke zu Hilfe genommen da die doch an den starken Steigungen eine große Hilfe sind. Auf alle Fälle meinte die Witterung es besonders gut. Oben bei der Buchberghütte eine kurze Unterhaltung mit Wanderern die eine Etappenwanderung auf dieser Strecke unternehmen. Weiter ging es hinunter nach Blumberg dann zum Schleifenbachwasserfall, ohne sich darunter zu stellen wie vor ein paar Jahren. Auch die Strecke nach Achdorf verlief anders oder lief ich die bisher falsch, aber diesmal hatte ich auf alle Fälle die Markierung hier im Auge. Bei der Wutachmühle am Kiosk hätte ich mich wie bisher wieder gestärkt, aber es gab nur etwas zu trinken. Mit der erworbene Cola setzte ich mich an einen der Tische wobei ich gleich hochgescheucht wurde ich dürfte mich dabei nicht hinsetzen. Am Tresen im Stehen dürfte ich es trinken. Wusste es gar nicht das Merkels-Virus nur beim Sitzen zuschlägt. Von jetzt ab ging es durch die bekannte schöne Wutachschlucht. Am Sonntag meist überlaufen aber freitags trotz hervorragender Witterung leer, kann mir auch recht sein. Ich liebe die Wutachschschlucht, wenn das Wasser richtig rauscht, wenn Vögeln zwitschern und man hat seine Ruhe. Irgendwie kam ich mir ein wenig langsam vor schon in der Haslachschlucht holte mich die Dunkelheit ein. In Lenzkirch war die Frage darf ich noch laufen ab wann gilt die neue Ausgangsperre oder gilt noch die Alte. Auf alle Fälle es war kein Mensch mehr unterwegs wo kommt jetzt Corona her fällt es jetzt runter von den Häusern oder Bäumen, das man jetzt nicht mehr laufen dürfte oder darf. Auf alle Fälle war dieses Wochenende die beste Zeit hier zu laufen trocken und noch dazu herrlichen Mondschein. Von Schwende hoch zur Fischbacherhöhe es zieht sich. Als ich das erste Mal hier lief dachte ich mir muss das sein, wie weit denn noch, warum so steil? Inzwischen es ist Training für schlimmeres. Wenn man hoch geht, geht es auch wieder mal runter das ist dann Fischbach. In den Ortschaften wanderte ich überall ohne Stöcke wollte niemand in der Nachtruhe stören mit dem Klack klack.

Wieder hoch zum Bildstöckle und auf dem Jägersteig hinunter zum Schluchsee. Hier war der Schluchtensteig gesperrt aber keine Umleitung ausgewiesen oder ich hätte sie übersehen. Da nachts doch keiner arbeitet kann es nicht schlimm sein, wenn ich über diese gesperrte Strecke laufe. Schade nur, dass ich denn Schluchsee oder was von ihm noch übrig ist nicht sehen konnte da er zurzeit ohne Wasser ist. Hatte das vor Jahren schon mal gesehen war wie eine Mondlandschaft.

Entgegen der Schluchseelaufstrecke zum Unterkrummenhof dann weiter zum Muchenland, Pfaffenbrünnele zur Windbergschlucht nach St.Blasien. Wer hier tagsüber durchläuft auf alle Fälle besucht den Dom, der ist einzigartig.

Diesmal fand ich den Einstieg für den Steig Richtung Todtmoos nicht oder kaum. Suchte eine Zeitlang und dann fand ich ihn doch noch bevor ich verzweifelte. Inzwischen hatte ich ca.80km hinter mir gebracht der Rucksack machte sich immer mehr bemerkbar. Besonders die linke Schulter verstand sich nicht mehr so richtig mit ihm. Im rechten Fuß ist eine Blase am Entstehen mal abwarten was noch kommt. Auf alle Fälle mal mein Backpulverwässerle gleich mal getrunken damit keine Entzündungen entstehen. Hoch zum Lehenkopf weiter zur Kreuzfelsenhütte und hier war es dann schon hell. Hier konnte ich mal meinen Fuß begutachten. Die Blase ist gefüllt entstanden höchstwahrscheinlich durch die Sohle die seitlich hinten ein wenig hervorstand. Die Socken gewechselt auf die billigen Aldi Socken, die keine Spirenzle machen nur schnell kaputt gehen. Unterm linken Rucksackriemen wurde ein T-Shirt zusammen Gewurstel und daruntergelegt und weiter ging es wieder.

Übers Ibacher Panoramerwegle führte der Weg weiter zur Hohwehraschlucht nach Todtmoos. Hier wurde eine Pause eingelegt zur Stärkung meine bisherige Stärkung die drei Brezeln seit Freitagmorgen sind schon längst vertilgt.

Hier im diesen Gebiet Todtmoos – Wehr und Umgebung wird noch immer nach der Scarlett gesucht leider bisher ergebnislos. Ich war auch glaube ich 4-mal dabei und traf auch hier auf die Gruppe, mit der ich auch schon suchte. Ich will hier nochmals darauf hinweisen, besonders wenn Ihr alleine unterwegs seid, lässt Euren Weg orten für die Angehörigen. Für die ist es Schlimm, wenn sie nicht wissen, wo ist derjenige und was ist geschehen? Eine Aufzeichnung in der Zeit von Handys ist kein Problem und ist meist kostenlos.

Nach kurzer Pause ging es weiter auf die letzte Etappe des Schluchtensteiges. Der Einstieg dafür wegen Straßenarbeiten gesperrt. Aber hier war eine Umleitungsstrecke vom Feinsten ausgeschildert. Frage mich nur warum musste man in den letzten Jahren die Straße für den Schluchtensteig benutzen liegt doch daneben ein schöner Singltrail.

Nach ein paar Kilometer kam mir auch der Suchtrupp für die Scarlett entgegen nach ein paar Worten ging es sofort wieder weiter. Auch die Wehraschlucht ließ nicht mehr lange auf sich warten. Wehraschlucht ist das Gegenteil von der Wutachschlucht. Wutachschlucht läuft man mehr unten in der Wassernähe und bei der Wehraschlucht läuft man oben. Man hört zwar gut das Wasser möchte aber dabei nicht ausrutschen dann geht es ab nach unten zum Teil steil und felsig unübersichtlich. Auf dem gesperrten Parkplatz, wo die Wehraschlucht die Fluss Seite wechselt, sah ich eine schöne Wiesenfläche richtig für mich als Schlafstätte. Achtundzwanzig Stunden bin ich jetzt ohne Schlaf durchgewandert und einen kurzen Schlaf kann man sich genehmigen. Nach 30 Minuten weckten mich zwei Frauen auf, fragten ob alles in Ordnung wäre. Denen kam es komisch vor da ich dabei meinen Rucksack noch auf dem Rücken hatte. Dabei ist das bei mir normal das ich dafür den Rucksack nicht runternähme will ich doch schnellsten wieder weiter.

So war es auch ich setzte mich wieder in Bewegung, um den Schluchtensteig abzuhacken. Kurz vor Wehr nochmals eine Umleitungsstrecke, weil der Stausee abgelassen wurde für Wartungsarbeiten. Hätte ich gerne gesehen aber gesperrt ist gesperrt und auf die paar Kilometer mehr kommt es auch nicht drauf an. In Wehr noch den E-Center aufgesucht, um nochmals ein paar Bretzel zu kaufen und Wasser zum Nachfüllen für den weiteren Weg und Nacht.

Die Strecke ab hier ist Neuland für mich habe ich selbst auf Komoot zusammengestellt und wer schon mehrmals mit Komoot gearbeitet hat konnte bestimmt auch feststellen Komoot nimmt zum Teil Strecken die gibt es gar nicht mehr. Man ist für Überraschungen nie sicher.

Es ging gleich mal heftig nach oben irgendwann ich war sowas von fertig und es ging weiter immer heftig nach oben ich glaubte schon mein Herz springt heraus. Langsamer aber immer noch nach oben. Mensch war ich froh als ich endlich oben war gleichzeitig kam auch die Dämmerung auf. Heißt fertig machen für die Stirnlampe sich wärmer anziehen die Nacht bricht in kürze herein.

Hier auf der Hochebene geht es immer hoch und runter zum Teil ganz schön heftig nach oben. Die Blase am Fuß spüre ich nicht mehr aber den Rucksack besonders die linke Seite. Herrlicher Mond, der mich begleitet die Vögeln die Zwitschern einfach schön so durch die Nacht zu wandern. Alle Ortsnamen die Erscheinen sagen mir nichts noch nie gehört. Kaum Fahrzeuge die Unterwegs sind und ansonsten alles Menschenleer.

Zwei Autos zügig unterwegs ich schaue auf die Uhr 0Uhr30 ich mit Stirnlampe. Meine Gedanken das waren bestimmt Polizisten, die kommen bestimmt noch auf mich zu. Es dauert nicht lange vor mir eine Anhöhe, zwei Fahrzeuge bleiben auf freier Strecke stehen, machen sofort das Licht aus und zwei Personen stehen neben den Fahrzeugen. Ich konnte sie hervorragend sehen durch die Silhouette vom Mond. Sie schalten die Stirnlampen ein und ich machte meine Stirnlampe aus und gehe zum Waldrand, der im Dunkeln liegt. Ich bleibe stehen und rührte mich nicht und beobachte was abgeht. Sie kommen nicht herunter sie bleiben bei der Straße und gehen auf und ab. Mir wird es zu bunt und anstrengend zu stehen und setzte mich auf den Boden halb liegend. Und das wenn man schon lange nicht mehr richtig geschlafen hat und schlief sofort ein. Ich wachte auf, 15 Minuten sind vergangen, die stehen immer noch oben und plötzlich kam Bewegung in die Geschichte. Zwei Fahrzeuge kommen Lichter sofort aus kein Innenlicht mit jeweils 4 Personen. Dann rechts von mir ein wenig unterhalb eine Frau mit Hund die mit dem Hund kämpft, um in zurückzuhalten der hat mich schon längst gerochen hat. Dann noch eine männliche flüsternde Stimme in der Nähe der Frau. Die Frau versucht den Hund zu beruhigen. Für mich war es so sie suchen mich wegen der Nachsperre. Ich sagte mir bleib liegen du bist müde und schläfst gleich wieder mal ein. So kam es auch, inzwischen ist eine halbe Stunde vergangen sie sind noch vor Ort. Kurz darauf fuhren zwei Autos mit den mehreren Personen weg. Auch die Frau mit dem Hund verlässt ihren Platz kurz darauf die restlichen Fahrzeuge. Dann stand ich auf und wartete kurz keine Reaktion die Sache ist gelaufen und ich lief die Anhöhe hoch und setzte meine Tour vor. Von da ab kein einziges Fahrzeug die ganze Nacht mehr gesichtet.

Die nächste Unruhe in der Nähe von Görwihl. Zuerst ließ mich Komoot falsch laufen musste umkehren Weg quer über die Wiese und geht hinunter zur Höllbachklamm. Irgendwann ging es nicht mehr weiter ich müsste auf die andere Seite des Höllbaches aber wo? Es ist Nacht und nichts zu erkennen, wo es weiter geht oder wo eine Brücke ist. Ich breche ab und gehe hoch ins Dorf. Hole das zweite Handy hervor und schaue mir darauf die Gegend an. Wenn ich auf der Hauptstraße weiter gehen ist es ein gewaltiger Mehrweg, was tun. Nochmal mit Komoot weiter auf eine andere Strecke mit vielen hin und her und der Tag beginnt fand ich eine Brücke und war anschließend wieder auf dem richtigen Weg.

Kurz nach 8 Uhr muss ich beim Wandern eingeschlafen sein oder war ich andersweitig geistig weggetreten. Kann es mir nicht richtig vorstellen was da ablief. War auf einer Hochebene plötzlich der Gedanke was machst du eigentlich hier wo ist mein Matten-Container? Achso bin beim Wandern und nicht bei der Arbeit also hast du keinen Container dabei warum läufst du hier hin und her? 1km hin und her warum? Wo geht es hier wieder weiter in welche Richtung? Musste das Handy hervorholen, um durchzuchecken in welche Richtung wirklich vorwärts geht nicht das ich wieder zurücklaufe.

Von da bis Kurs vor Nöggenschwiel lief alles super und da müsste ich einen Weg nachgehen, den es seit Jahren nicht mehr gibt, eingezäunt ist vom Sumpf umgeben dann landete ich in Nöggenschwiel und wurde von Komoot wieder zurück geschickt in das Loch. Dann wieder hoch nach Nöggenschwiel und weiter Richtung Witznau-Stausee durch den Heckenbachgraben. Dieser Graben war eine Kletterei voll mit Steinen und umgestürzte Bäumen. Abenteuer pur. Dann ist er da der Stausee am linken Ufer entlang bis zur Baustelle und dann links den Alpinen-Steig hoch. Beim Hochgehen entschloss ich mich die Tour abzubrechen. Der Grund die Zeit habe noch ca.40km vor mir es ist jetzt 14 Uhr ich komme auf alle Fälle in die Nacht hinein. Ein späterer Abbruch ist kaum möglich wegen der öffentlichen Verkehrsmittel zum Zurückkommen nach Stühlingen. Es kommt auch noch dazu am nächsten Tag muss ich fit sein zum Arbeiten.

Also auf der anderen Seite hinunter nach Witzau. In Witznau die Hauptstraße wegen Bauarbeiten gesperrt, das heißt es fährt kein Wanderbus man muss bis Gurtweil laufen, um auf den Wanderbus zu treffen. Somit wurde es eine mehr als einstündliche Wanderung hinaus aus dem Tal. Interessant dabei die Felsarbeiten hoch oben im Felsen. Kurz vor Gurtweil wurde ich von einer Autofahrerin mitgenommen nach Tiengen zur Bushaltestelle. Hier ging es nach einer 2-stündiger Pause weiter nach Stühlingen zu meinem Auto, das ich um 19Uhr15 erreichte. Es waren 3 tolle Tage, 3 schöne Tage in der Natur und ab Wehr zum Teil richtig abenteuerlich. Den Weg ab Wehr werde ich mir nochmal extra vornehmen um die Strecke besser kennen zulernen und damit ich in Zukunft hier einen schönen Rundkurs habe für den Schluchtensteig.

Am nächsten Tag von den Füssen alles bestens, die Blase ist noch gefüllt und man spürt sie nicht mehr. Lediglich der Schulterbereich spannt kam vom Rucksack oder das ungewohnte laufen mit den Stöcken. Am Mittwoch war die Corona-Impfung wo es hieß absolut 3 Tage Sportverbot. Somit ist das kommende Wochenende ohne Lauf bevor es nächste Woche mit dem Albsteig Schwarzwald weiter geht.

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