Tour der Erinnerungen oder der Weg zur Kasseler Hütte

Ursprünglich war der Berliner Höhenweg von Finkenberg über Olperer, Berliner Hütte, Kasseler Hütte, Edelhütte nach Mayrhofen im Zillertal geplant. Da die Wettervorhersagen schlecht waren wollte ich nicht unbedingt nachts auf 3000m hoch. So entschloss ich mich die Kasseler Hütte als Erinnerungstour zu machen. Erinnerungstour deshalb da ich vor 50 Jahren häufig zu dieser Hütte hochstieg. Ich kann heute nicht mehr sagen, wie oft wir damals hochstiegen, zu allen Tages und auch Nachtzeiten sind wir da hoch. Nur von Mayrhofen aus sind wir nie hochgegangen, wir fuhren mit Mopeds und Auto hoch bis zur Materialseilbahn und liefen von dort hoch. Diesmal wollte ich die ganze Strecke hochwandern. In den Wanderwegen Verzeichnisse wird dabei eine Zeit von 7 Stunden meisten angegeben.

Eine Geschichte möchte ich dazu erzählen. Es war zur Fasnetzeit bei uns hieß es die Faschingszeit im Jahre 1970 also vor 50 Jahren. Wir das waren meine zwei Bergkammeraden und ich kamen auf die Idee an Fasnet zur Kasseler Hütte aufzusteigen sie liegt um die 2100m hoch und im Winterraum dann zu Übernachten. Da ich an der Arbeitsstelle früher frei kam entschloss ich deshalb schon einen Tag früher hochzugehen.

Also am Freitagmorgen nahm ich mein Moped und fuhr hinein ins Stillupptal Richtung der Hütte. Nach ca. 8km beim Gasthof

Hier annähernd bei der Schranke war Schluss mit dem Fahren. Der Schnee war so hoch es gab kein durch Kommen. Ich ließ das Moped einfach im Schnee stecken umfallen konnte es nicht es steckte richtig fest und so ließ ich es zurück.

Von da ab ging ich zu Fuß weiter es war nicht einfach durch den Tiefschnee zu waten. Links und rechts staubte es immer wieder so kleine Schneelawinen runter.

Nachdem ich den Stillupstausee endlich erreicht hatte und ich doch ein wenig Unbehagen fühlte da beidseitig immer mehr Schnee herunterkam und ich kaum noch richtig durch den Tiefschnee gehen konnte kam mir eine Idee. Überall der tiefe Schnee aber auf dem Stausee auf dem Eis beinahe schneefrei. So entschloss ich auf das Eis zu gehen, um zumindest bis zum Stauseeende schön vorwärts zu kommen. Es war ein mulmiges Gefühl auf die Eisfläche zu gehen und dann der Sprung im Eis der sich bildete und sich mit jedem Tritt vorwärtsbewegte. Auch das Knarren des Eises ließ keine Freudenschreie aufkommen, aber es war ein schönes Vorwärtskommen.

Irgendwann hatte ich das Ende des Sees erreicht erleichtert das es funktioniert hat aber der weitere Mut den Weg fortzusetzen war erloschen. Am Ende des Stausees waren zwei große Jagdhütten und da wollte ich mir eines borgen.

Zu der Zeit hatte ich immer im Rucksack einen Dietrich dabei, um bei sogenannten Notfällen eine Unterkunft zu finden. Nicht wie heute wo sie aufbrechen und randalieren, sondern nur zu übernachten ohne Spuren zu hinterlassen. So schloss ich mit dem Dietrich eine Hütte auf, um zu übernachten und natürlich zu erwärmen.

In der Hütte nein es war keine Hütte es war ein teures Jagdhaus des Feinen. Ein schöner Kachelofen war vorhanden der sollte mir Wärme spenden. Ich heizte ein und wartete auf die Wärme, aber sie wollte nicht kommen. Mein Brot im Rucksack war gefroren meine Socken war klamm, also legte ich das Brot in die Vertiefungen des Kachelofens auch die Socken in die restlichen Vertiefungen. Wieviel Holz ich auch in den Kachelofen tat er blieb nur leicht warm.

Nachts um 2 Uhr wurde ich wach es roch nach Brand. Das Brot und die Socken waren Rabenschwarz alles verbrannt. Ich hatte dann ein mulmiges Gefühl hoffentlich brennt die Hütte nicht ab. Sie brannte nicht ab, aber sie spendete dann richtige Wärme.

Der nächste Tag herrliches Wetter vom Feinsten die Sonne strahlte so richtig herab und so entschloss ich mich hier zu bleiben bis meine beiden Kameraden nachkommen. Durch die Sonnenstrahle und da ich einen Liegestuhl erspähte war klar ich lege mich raus in die Sonne.

Es mag, um die 14Uhr gewesen zu sein wie einer Schrie „Hände hoch“, ich drehte mich um 2 Jäger mit den Gewehren im Anschlag. Dann rief der eine „wo ist der Andere“ ich dann welcher andere. Als Antwort erhielt ich „da muss noch ein anderer da sein diesen Rucksack da drinnen hätte ich nicht allein die weite Strecke getragen“ Hatte dann erklärt was vorhabe, aber sie wollten nicht recht abkommen das kein anderer hier ist. Musste länger darauf einreden keine zweite Spur und dergleichen. Sie hatten im Kopf da wären zwei und die wollten über den Berg über die Grenze nach Italien.

Letztendlich hieß es dann mitkommen zur Polizei nach Mayrhofen. Ich voraus mit dem Rucksack und zwei Jäger mit dem Gewehr im Anschlag hinterher und die riefen am laufenden Band „halt halt, mach langsamer. Die Beiden hatten wahnsinnige Mühe mir zu folgen.

Beim Moped angekommen wollte ich mit dem Moped hinunter nach Mayrhofen fahren was mir verweigert wurde. Aber sie waren einverstanden mich wieder zu meinem Fahrzeug zurück zu bringen.

Dann auf zur Polizei da musste ich gleich meinen Rucksack auf dem Schreibtisch ausleeren. Das habe ich ein wenig zu heftig gemacht so die Rumflasche mit dem 90%digen zersprang. War ein schöner Geruch in der Dienststelle. Der Dietrich wurde sofort abgenommen und als Strafe musste ich damals umgerechnet auf heute 1,50 Euro bezahlen. Da ich nichts kaputt machte und ich mir nichts zusteckte diesen Betrag aber zur Ermahnung nicht nochmal zu machen. Anschließend fuhren mich die beiden Jäger zu meinem Moped zurück.

Fünf Jahre später ging ich mit meiner damals noch Freundin hoch zur Kasseler Hütte. Abends es war eine nette Gruppe in der Küche am Tisch. Und was kam einer erzählte die Geschichte von mir mit der Bemerkung. Bis heute hatte er noch nicht heraus bekommen was wollte der damals wirklich. Der war nach dem Dialekt nicht vom Zillertal warum ist der in das Jagdhaus. Ich habe ihn alles erzählen lassen und seine Mutmaßungen und dann kam ich mit das war ich dann war er paff. Mit dem hatte er nicht gerechnet die anderen am Küchentisch kannten mich alle und zum Teil wussten sie auch davon.

So das war meine Erinnerungsgeschichte, die ich trotz 50Jahre nicht vergessen werde

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