Karwendel

Letztes Wochenende war das Karwendelgebiet für mich angesagt.

Die Vorplanung dafür war der Karwendel-Höhenweg für 6 Tage ausgelegt und sollte dabei 66km und 7000 Höhenmeter ergeben.

Dieses Vorhaben wollte ich in 32 Stunden hinter mir bringen für schlechtes Wetter will ich dabei auf die einfachere Route zur Solsteinhütte über die Möslalm machen.

Freitagmorgen um 5 Uhr ging es los, das Wetter als mitentscheidet zeigte sich schon mit keiner guten Einstellung. Der Himmel zeigte sich finster griesgrämig, habe mir aber vorgenommen auch bei Regen zu laufen. Es war nass aber von oben herab war es zumindest trocken.

Im genauen betrachtet laufe ich den Höhenweg verkehrt herum, und zwar fange ich in Scharnitz an und beende den Lauf in Reith bei Seefeld. Soweit war mal die Planung was daraus entstand soll der folgende Bericht sein.

Also beim Loslaufen schon immer der Blick nach oben reißt nicht doch noch die dunkle Regenwolke auf. Sie blieb schwarz und ließ immer wieder mal einen Schauer herunter. Ich weiß nicht, wie oft ich mir den Poncho übergeschmissen habe aber eine Regenjacke wollte ich mir nicht anziehen, weil ich darin nur schwitze und dabei genauso nass sein würde als vom Regen. Die ersten 15 Kilometer gingen ziemlich flach von statten dann ging es kräftig in die Höhe.

Um ca. 8Uhr30  habe ich das erste Ziel erreicht das Hallerangerhaus 1768m. Hier konnte ich mir mein erstes Frühstück einnehmen ein Käsebrot und einen Kaffee. Um 9 Uhr ging es weiter auf den Weg zur Bettelwurfhütte auf 2077m. Die Sicht wurde immer schlechter ab hier stand für mich fest ich komme nächstes Jahr wieder hierher möchte von hier oben auch das Tal sehen, das mir jetzt verwehrt ist.

Ich bin gar nie so gerne nach oben gewandert wir eben zurzeit, es macht so richtig spaß. Einfach herrlich, auch wenn man nicht viel sieht, nur möchte ich in den Bergen auch so unterwegs sein wie die Gämsen. Die Wege und Pfaden sind zum Teil schon abenteuerlich diese Geröllfelder und Schneefelder, aber es gehört hier dazu. Ab dem Lafatscher Joch 2081m ging es ziemlich flach mit ein paar hoch und runter hinüber zur Bettelwurfhütte, die man zur Pfeishütter wieder auf dem gleichen Weg zurückläuft, wandert. Auf der Hütte gab es für mich das Essen auf dem Berg, den Kaiserschmarrn.

Ich weiß nicht mehr die genaue Zeit muss um 13 Uhr gewesen sein als ich wieder aufbrach zur Pfeishütte 1922m. Zuerst zurück zum Lafatscher Joch um dann übers Stempeljoch 2215m zur Hütte. Die Strecke zum Stempeljoch hoch war abenteuerlich. Zuerst kurz davor das riesige Schneefeld deren Ende man unten durch den Nebel nicht sehen konnte. Dann ging es für mich als verkehrt herum Wanderer dem Schneefeld hoch kann nicht einfach hinunterrutschen. Ich sah für mich keine andere Lösung als die sogenannten Schneeketten anzulegen, zum Allerersten Mal noch dazu. Ich bin beim Sitzen gleich mal eingebrochen am Rand des Schneefeldes und es ging verhältnismäßig gut diese anzulegen. Auch der Weg übers Schneefeld mit den Dingern war super aber dann. Wollte eigentlich nach dem Schneefeld die Dinger wieder abziehen aber wo?  Sand, Sand übler Schwemmsand. Glaube nicht das ich mit bloßen Schuhen da hochgekommen wäre. Hier wurde einmal mit allen Materialien gearbeitet sei es Holz oder Kunststoff, um das Abrutschen des Sandes aufzuhalten. Ich habe es geschafft fragt mich aber nicht wie, ich war sowas wie fertig. Das Sitzen zum Ablegen der Ketten tat anschließend richtig gut. Dann ging es hinunter zur Pfeishütte die ich auch schon ersehnt hatte, will doch endlich meinen Kaffee und Kuchen. Um 16Uhr30 die Hüttentür übertreten und am Kaminoffen vorbei dabei der Gedanke jetzt hier übernachten wäre auch nicht schlecht.

Nein ich will nicht übernachten, will mich kurz stärken mit Kaffee und Kuchen und erwärmen dann wie schon erwähnt die leichtere Route zum Solsteinhaus über die Möslalm hinunter auf 1200m nehmen. Ich freue mich auch schon auf den erneuten Aufstieg anschließend hoch zum Solsteinhaus auf 1805m. Um ca.21 Uhr hatte ich es geschafft und das Solsteinhaus erreicht. Jetzt die Stirnlampe aufgesetzt und weiter Richtung Nördlinger Hütte bevor es wieder hinunter ging nach Reith. Das wäre das Ziel gewesen, wenn ich nachts den Weg gefunden hätte und wenn richtige Sicht gewesen wäre. Ich habe auf der Eppzirler Scharte jegliche Markierung verloren. Einerseits sagte das Navi weiter nur wo? Zurück dann wieder vorwärts weiß nicht mehr wie lange ich gesucht habe. Ich bin dann in der Wand gehangen und sah keinen Sinn mehr. Ich wollte das alles nicht noch verschlimmern und sagte mir nur noch Abbruch bevor es wirklich zu spät ist. Oder ist es schon zu spät? Hänge in der Wand und jetzt zurück und wie?  Ich muss zurück, kann jetzt nicht die Bergwacht anrufen, um zu fragen, wo geht es weiter, nein ich muss zurück irgendwie muss es gehen. Der Fels ist brüchig es heißt äußerste Vorsicht, langsam ganz langsam ging es rückwärts. Endlich zurück auf der kleinen Freifläche und das weitere überlegen inzwischen ist es 0Uhr 30. Es bleiben mir 2 Lösungen einmal komplett absteigen oder hier übernachten bei Regen auf 2100m. Da ich mich schon anfangs der Tour für nächstes Jahr eine Wiederholung der Tour, wegen der nicht vorhandener Sicht entschieden hatte, war meine Entscheidung keine Gefahr mehr einzugehen, abbrechen und nächstes Jahr wiederholen. Um ca. 4Uhr30 morgens habe ich Scharnitz erreicht und mich zum Schlafen ins Auto gelegt. War nicht enttäuscht mein Ziel nicht erreicht zu haben. Ich habe meine Zeitvorgaben für die Hütten einigermaßen erreicht. Das negativste war nur die Sicht alles andere war zum Teil abenteuerlich, aber trotzdem es war super. Nächste Woche geht es dann auf den Grenzgänger.

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