Traunsee Bergmarathon 70km 4600Hm

Nach zwei ruhigen Wochenenden ohne Wettkampf stand letztes Wochenende der Traunsee Bergmarathon auf dem Programm. Vor 4 Jahren wollte ich diesen schon laufen, aber es funktionierte nicht mit der Anmeldung. Aber dieses Jahr war es endlich soweit. Ein Lauf in meiner alten Heimat, als Sechzehnjähriger lief ich mal allein auf dem Hörnle Steig hoch auf den Traunstein und hinten zur Mayr Alm hinunter. Ein Punkt der Erinnerung war die Gams beim Hochgehen als sie mir plötzlich aus 2 Meter Entfernung anblickte. Wir blickten uns an weiß nicht wie lange, mir war damals würde auch heute noch sein, nicht ganz wohl im Bauch. Urplötzlich sprang sie dann der Fels hinab werde ich nie vergessen. Am Samstag nach 53 Jahren war es zum zweiten Mal der Fall ich laufe auf den Traunstein. Im Vorfeld war mir bei diesen Gedanken nie ganz wohl. Der Traunstein ist ein riesiger Felsklotz am Traunsee hat er mehr Tote zu beklagen als der Mont Blanc. Bin ich noch sicher genug vor der Höhenangst oder macht das Alter hier Abstriche, es gibt genügend ausgesetzte Stellen und Leitern auf dem Weg nach oben.

Samstagmorgen 3 Uhr früh, Start in Gmunden auf dem Rathausplatz. Hatte mich weit hinten in der Startaufstellung eingereiht und es war kein Start für ein 10km-Lauf es fing nach dem Startschuss so allmählich an, um ins Laufen zu kommen ohne Hast schön in Ruhe.

Zu allererst heißt es hinauf auf den Grünberg es ist ein Steig und lässt schon mal die ersten Schweißperlen entstehen. Zeitlimit bis zum Einstieg des Traunsteins war 7Uhr30. Kam mir ein wenig übertrieben vor, aber somit ist es beruhigend. Den Grünberg hinunter war mein Lauf man konnte es so herrlich laufen lassen.

Um 5 Uhr war ich beim Traunstein Gedenkstein beim Einstieg nach oben. Es war herrlich der Steig nach oben. Die neuen Hokas die ich letzte Woche auf dem Eiger eingelaufen hatte waren super, sie gaben richtigen Halt es gab kein Rutschen in diesen Schuhen. Der Steig schlängelte sich nach oben mal auf Trettstufen, mal mit Seilsicherung, Holz- und Eisenleitern richtig abwechslungsreich  und das schönste hatte nichts eingebüßt im Bezug auf die Höhenangst. Eines ist aber fast sicher rutscht du richtig aus ersparst du dir jegliche Pflegeversicherung. Die Aussicht über den Traunsee einfach schön.

 

7 Uhr Oben den Ausstieg aus der Wand erreicht, herrlich und glücklich zugleich erlösend und frei.

Der Lauf vom Traunstein nach unten über die Mayr Alm war für mich die Hölle. Die Erinnerung an meinen ersten Lauf nach unten stimmte absolut nicht überein. Die Erinnerung gaukelte mir einen Feldweg vor und die Wirklichkeit war es ein übelster loser steiniger Steig. Konnte nicht frei laufen hatte Angst hinzufallen auf den spitzen Steinen, konnte keinen Rhythmus finden und musste mich damit abfinden bin kein Jugendlicher mehr mit 16 Jahren.

Unten in Karbach angekommen erwartet uns der nächste Berg nach oben, der Spitzelstein. Kannte diesen absolut nicht und es sollte übelst steil sein. Ja, und das war er beginnend als ganz schmaler Steig und flach und dann übergehend zu einen steilen steilen Weg nach oben. Er hat mich fertig gemacht ich war kaputt, zum Teil auf allen Vieren nach oben gekrochen auf dem nicht endenden steilen Pfad nach oben. Endlich oben, war ich erleichtert aber der Steig nach unten verlangte auch etliches ab.

Um 12Uhr45 Ebensee erreicht ungefähr die Halbzeit und Zeitlimit steht bei 14Uhr. Nächster Berg der Feuerkogel steht auf dem Plan mit Zeitlimit 15Uhr30. Bin früher öfters auf dem Feuerkogel gewesen hat mir immer gut gefallen. Hoch sind wir früher immer mit der Gondel und oben er war einfach schön alles voller Alpenrosen und Enzian einfach herrlich. Also gleich mal den Anstieg nach oben begonnen, Großteil war noch unterhalb der Baumgrenze und im Schatten. Aber umso höher umso mehr war man der Sonne ausgesetzt umso mehr waren die Temperaturen. Mit freiem Oberkörper lief ich schon lange also konnte ich mich von nichts mehr lösen, selten waren Luftbewegungen zu spüren. So blieb mir nur noch das Wasser, das ich mir hin und wieder über den Kopf schüttete. Auch der Feuerkogel schlauchte bis man oben war und dann kam die ganz große Enttäuschung, was haben die mit dem Feuerkogel gemacht? Eine Steinwüste wohin man auch schaute. Wo ist das Schöne, die Natur geblieben. Muss den wirklich alles kaputt gemacht werden für das Ski fahren. Wenn man das sieht dann kommt einem die Galle hoch was die Herren mit ihrem Geld anrichten. Bin mehr oder weniger oben durchgelaufen, um wieder runter zu kommen, um diesen Bergfrevel nicht mehr zu sehen.

Runter nach Kreh, um dann auf die Hochsteinalm hochzulaufen. Inzwischen sind nicht mehr so viele Läufer unterwegs es lichtet sich ein wenig. Die schnellen Läufer sind schon längst im Ziel und ich laufe noch mit ein paar wenigen noch hinterher. Nachdem ich die Hochsteinalm hinter mir gelassen habe und zum Mühlbach laufe ist von meinem Zeitlimit nicht mehr viel übrig. Mühlbach-Zeitlimit 18 Uhr meine Zeit 17Uhr 55.

Inzwischen gewöhne ich mich an die knappen Zeiten. Es kommen wieder andere Steige die man besser laufen kann und die kommen jetzt zuerst der Grasberg dann der Gmundnerberg und anschließend es runter zum Ziel nach Gmunden auf den Rathausplatz. Nach 17:41:58 das Ziel endlich erreicht glücklich und zufrieden. Der Zieleinlauf mit den Anfeuerungen die man meist als einer der Letzten nicht mehr bekommt weil viele das Zielgelände schon längst verlassen haben. Hier sei noch ein Dank gesagt an den Veranstalter und den Helfern ihr wart alle alle Super.

Es war ein schöner wenn auch ein besonders harter Lauf. Wenn es passt gibt es gerne wieder ein nächstes Mal aber ohne meinen vorgehende Läufe wäre es bestimmt nicht möglich gewesen. Habe es regelrecht jedes Mal gespürt man ist eine Stufe weiter. In drei Wochen steht der nächste Monsterlauf an, der Großglockner mit 110km.

 

 

Recommended Posts

No comment yet, add your voice below!


Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.